Pink Elephant Safaris - Gayway to Afrika
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Bericht Teil 2 aus "Männer aktuell" Garden Route + Eastern Cape

Teil II
VOM BEACH IN DEN BUSCH
An der Gardenroute entlang des Indischen Ozeans zeigt sich Südafrika von seinen reizvollsten Seiten. Wer alles gesehen hat, belohnt sich zur Krönung mit einer Safari im Wildreservat.

Text: Jürgen Bieniek

Wer den Ort Heidelberg hinter sich lässt, hat den schönsten Teil seiner Reise erst noch vor sich. Anders als in Deutschland, wo das romantische Städtchen als die Touristenattraktion schlechthin rangiert, lockt hier in Südafrika, ein paar Tausend Kilometer weiter südlich, rein gar nichts zu einem Abstecher nach Heidelberg. Der bloße Name ist es, der an die deutschen Einwanderer vor langer Zeit erinnert. Und dennoch hat Heidelberg, auf halber Strecke zwischen Kapstadt und Knysna gelegen, zumindest einen touristischen Titel: das Tor zur „Gartenroute“.

Die Regionen entlang der Gardenroute in der Provinz Western Cape gelten als die landschaftlich reizvollsten im ganzen Land. Die meisten Südafrika-Touristen, die in Kapstadt starten, kommen selten über die Gardenroute in Western Cape hinaus. Zu viel gibt es hier zu sehen und zu erleben.


Bereits nach einer Tagesfahrt im Mietwagen gelangt man von Kapstadt auf die Gardenroute. Der Name spricht für sich. Der schmale Landschaftsstreifen entlang der Küste am Indischen Ozean zeichnet sich durch eine besonders grüne und üppige Vegetation aus. Begünstigt vom feuchten Meeresklima explodiert hier die Vegetation zu einem wahren Blütenrausch, wenn die Regenzeit vorüber ist. Wer zu dieser Zeit (Herbst/Winter) die Gardenroute entlangfährt, kommt sich vor wie in einem botanischen Garten. Hinzu kommt die atemberaubende Küstenlandschaft.

Mossel Bay ist die erste Station für einen Aufenthalt, wenn man Heidelberg hinter sich gelassen hat. Ein Zwischenstopp mit Badeurlaub und Wanderungen ist hier angesagt, denn Mossel Bay lockt mit kilometerlangen weißen Sandstränden. Selbst in der Hauptsaison, wenn die Kapstädter hierher fahren, bietet die Bucht viele Möglichkeiten, um die Natur fast ganz für sich allein zu genießen.

Weiter führt die Route über George (400 Km östlich von Kapstadt) bis zum nahegelegenen Wilderness. Je weiter östlich man kommt, desto wärmer wird nicht nur das Wasser des Indischen Ozeans, sondern auch die Luft. So hat man in Wilderness tagsüber selbst im südafrikanischen Winter das Gefühl, sich in subtropischen Gefilden aufzuhalten. In Wilderness lockt ein langer Sandstrand, ein badefreundliches Meer – und ein schwules Gästehaus. Von einem Schweizer geführt, bietet das „Palms Wilderness“ nicht nur eine exzellente Küche, sondern liegt in traumhaft idyllischem Ambiente nur einen Steinwurf vom Strand entfernt. Naturliebhaber sind hier voll in ihrem Element, lädt doch die Umgebung mit Flüssen, Lagunen und Seen zu Spaziergängen, Kanufahrten und ausgedehnte Wanderungen ein.

Ein Highlight der Gardenroute ist auch das wenige Kilometer entfernte Knysna. Das idyllische Hafenstädtchen am Rande einer riesigen Lagune ist ein Eldorado für Liebhaber von Meerestieren. Austern und Langusten gelten als besondere Delikatesse in den Restaurants des Ortes. Wer ein paar Tage in Knysna bleibt, wird die Entscheidung gewiss nicht bereuen. Denn die Umgebung ist wie geschaffen für Ausflüge – für Wanderer geradezu ein Paradies. Bestens ausgeschilderte Wege führen durch ausgedehnte Wälder mit Yellowood-Bäumen, wie sie sonst in ganz Südafrika nicht mehr anzutreffen sind. Kanufahrer können den ganzen Tag lang von einem See zum nächsten paddeln und wer’s bequemer mag, steigt einfach in die Dampfeisenbahn, die die Küstenorte abklappert.

Auch schwul geht es in Knysna zu. Homos aus der Kapregion haben sich hier Häuschen gekauft und schick hergerichtet. Mancherorts erkennt man sie bereits an den Regenbogenfahnen. Sogar ein kleines Pride-Festival mit Umzug findet hier alljährlich im Mai statt. Sehr zum Missfallen von Kirche und konservativen Bewohnern, die das bunte Treiben am liebsten aus dem Städtchen verbannen würden. Doch wo sich Schwule einmal festgesetzt haben, sind sie so schnell nicht mehr zu vertreiben – vor allem nicht von einem so himmlischen Ort auf Erden. Beim abendlichen Bummel durch Restaurants und Kneipen trifft man denn auch zwangsläufig Touristen und Einheimische vom anderen Ufer – was bei der Lagunenlage von Knysna im doppelten Wortsinn zu verstehen ist.

Von hier aus lassen sich auch die anderen sehenswerten Orte der Gardenroute bequem in Tagesausflügen erkunden. Plettenberg Bay oder Storm’s River Mouth sind solche Orte inmitten grandioser Küstenkulissen. Noch weiter östlich in Richtung Port Elizabeth endet schließlich die Gardenroute. Ein Stopp in der Hafen- und Industriestadt lohnt nicht, es sei denn, man nimmt von hier aus den Flieger zurück nach Kapstadt oder weiter nach Johannesburg.


Durch Port Elizabeth muss aber jeder durch, der ein afrikatypisches Erlebnis mit nach Hause nehmen will: eine Safari in einem Wildtierpark. Etwa 50 Kilometer nordöstlich von Port Elizabeth befindet sich der „Addo Elephant“-Nationalpark. Wie der Name schon verrät, kommt man hier mit den wilden Dickhäutern fast auf Tuchfühlung. Wer mehr sehen will, vor allem die so genannten „Big Five“ – Elefant, Büffel, Nashorn, Löwe und Giraffe – muss sich jedoch nicht in den weltbekannten Krüger Nationalpark im Norden des Landes aufmachen. Sozusagen „gleich um die Ecke“, rund 70 Kilometer nördlich vom Addo-Park in der Nähe der Kleinstadt Grahamstown, kann man Krüger en miniature erleben.

Auf dem 16.000 Hektar großen Gebiet des „Kwandwe Reservats“ erwarten den Touristen Kontakte mit Wildtieren, wie er sie Kennern zufolge selbst im Krüger-Park nur selten erleben wird. Untergebracht in luxuriös ausgestatteten Lodges mitten im Busch, genießt der Besucher vom ersten Moment an Natur pur – wenn auch aus sicherer und bequemer Distanz. Unter sachkundiger Führung von Wildhütern geht es dann frühmorgens oder kurz vor der Abenddämmerung im offenen Jeep auf Safari durch die Wildnis. Während man umherspringende Gazellen oder trottende Gnus schon bald unter ferner liefen abhakt, ist der Anblick von Giraffen schon ein intensiveres Erlebnis. Kommen einem dann auch noch Elephanten oder Büffel vor die Kamera, hat sich die Fotosafari für die meisten schon gelohnt. Eher selten sieht man Löwen oder Nashörner und nur im Glücksfall Leoparden, die scheuesten Tiere des Buschs. Deshalb ist es auch so gut wie ungefährlich – auch wenn der unerfahrene Tourist ein Prickeln dabei verspürt – nach gelungener Safari ein Dinner unter afrikanischem Abendhimmel einzunehmen und auf die „erlegten“ Tiere anzustoßen. Wer weiß, vielleicht lauert doch ein Leopard...

Heil in der sicheren Lodge angekommen, lässt man die Eindrücke des Tages unweigerlich noch einmal vor dem geistigen Auge Revue passieren und kommt schnell zum Schluss: Einen schöneren Ausklang eines Südafrika-Urlaubs kann es kaum geben.


INFOS & TIPPS

+ South African Airways fliegt ab 1. September 3 x wöchentlich Frankfurt-Kapstadt nonstop. Hinflüge Mi, Fr und So um 19.50 Uhr (Ankunft 7.45 Uhr), Rückflüge Di, Do und Sa um 17.15 Uhr (keine Zeitverschiebung!)
+ Touristische Infos unter www.southafrica.net, mit gayfriendly Empfehlungen unter www.pinkroute.co.za - der Essener Reiseveranstalter Pink Elephant Safaris (Bahnstr. 11, 45257 Essen, Tel. 0202-48 60 37) ist auf gayfriendly Touren durch die Provinz Westkap sowie das restliche Südafrika spezialisiert, Infos unter www.pink-elephant-safaris.de

+ Infos zur Schwulenszene (und Gästehäuser in Knysna) im internationalen Gay Guide SPARTACUS 2004/05 (Bruno Gmünder Verlag, 25,95 Euro) sowie unter der Website des Magazins GAY PAGES (www.gaypagessa.co.za) und der Monatszeitung EXIT (www.exit.co.za)

+ Palms Wilderness, schwul geführtes Gästehaus und Restaurant in Wilderness an der Gardenroute, Flughafen in George (15 Autominuten entfernt
+ Kwandwe Lodge, luxuriöse Appartments im Kwandwe-Tierreservat, gayfriendly, mit Buscherkundungen und Wildtiersafaris, rund 100 Kilometer nordöstlich von Port Elizabeth,
+ Gay Events 2004 18.-25. September Johannesburg Pride Festival mit Party (25.9) und vom 16.-19. Dezember Kapstadt Pride, mit der Mother City Queer Party (18.12.) und Parade (19.12.)


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